N e u e  T e x t e 


  Die hier veröffentlichten Texte sind so neu,  daß sie erst ein Weilchen  "abhängen"  müssen,  bevor sie in eine der vorangehenden Kategorien 

 eingeordnet  werden.  Dabei kann es vorkommen, daß sie sich noch verändern oder auch ganz wieder verschwinden. 


 

 

 

 

 Verloren am FKK-Strand 

 

 Auf Norderney: ein Eiland-Freier 

 Trist schaukelt seine Freiland-Eier, 

 Bis endlich er im feinen Sand 

 Zurück zur Burg der Seinen fand. 

 

 

 

 

 Laufsport, Sommer 

 

 Du siehst in schwülen, schweren Hitzen 

 Die Damen wie die Herren schwitzen. 

 Verhalten hört man Lammer jappen - 

 Was ist der doch für'n Jammerlappen! 

 

 Und dennoch: seht mal Schwadlers Ingen! 

 So schnell wie auf des Adlers Schwingen! 

 Noch schneller gar der Sieger flitzt, 

  Der jetzt bereits im Flieger sitzt. 

 

 

 

 

 Sex-Shop-Werbung 

 

 "Nur heute! Alles superpreisgünstig! 

 Bei uns wird selbst 'ne alte Geiß brünstig! 

 Zum halben Preis hier dieser Riesendödel!" 

"Herrjeh, wer braucht denn diesen Rödel?" 

 

 

 

 

 Politikverdrossenheit 

 

 Da fragt sich ein Wähler aus Zeuthen: 

 "Ich weiß nicht, was  soll es bedeuten! 

 Das Image der Lenker 

 Des Staats: krank und kränker! 

 Weshalb sie so doll es besäuten?" 

 

 

 

 

 Lesung mit Pfiff 

 

 "Was gabs bei deinen Basen?" "Heine." 

 Dazu geschmorte Hasenbeine. 

 

 

 

 

 Betrachtung 

 Zur Funktionsverarmung 

 Des Nachtschränkchens 

 

 Der Nachtschrank ist ein braves Vieh, 

 Das niemand je des Arges zieh. 

 Die Nachttischlampe thront "on top" 

 Und macht dort ihren hellen Job. 

 Ein Wasserglas für späten Durst, 

 Bei Fressern auch ein Kanten Wurst, 

 Drei Kinderfotos oder vier, 

 Sie bilden gern des Nachtschranks Zier. 

 

 Das Schubfach birgt, fein blickgeschützt, 

 Was einem außerdem noch nützt: 

 Die Nachtlektüre, Ohropax, 

 Verhüterli und Dulcolax, 

 Die Uhr, ein Kettchen, Ohrenclips, 

 Fein Cashewnüsse, Erdnußflips; 

 Die Bibel (!) macht im frommen Haus 

 Dem bösen Trachten den Garaus. 

 

 Jedoch - was birgt der Unterschrank? 

 Dies "was" hat prinzipiellen Rang. 

 Ein Tablet oder Radio? 

 Solch Gummizeug von Haribo? 

 Nein, nichts, wofür er mal gedacht: 

 Für die Geschäfte in der Nacht. 

 Wie sagt man's nur diskret, oh Gott: 

 Den guten alten Pinkelpott. 

 

 

 

 

 Bissig! 

 

 Ein Dackel, welcher Bärchen heißt, 

 Zweimal pro Woch sein Herrchen beißt. 

 Wenn der so seine Wund behandelt, 

 Sich fragt, was wohl den Hund bewandelt?! 

 Und weil er Bärchens Finten haßt, 

 Den Hund nur noch von hinten faßt. 

 

 

 

 

 Waldemar 

 

 Im Wald und auf der Heide, 

 Da schwor zuhauf der Eide. 

 Und auf die Frage "konn i ma?", 

 Da schwor er auch auf Monika. 

 

 

 

 

 Ziemlich out 

 

 Manch Leser, die an Simmel hingen, 

 Ihr Credo heut im Himmel singen. 

 

 

 

 

 Neue Anti-Aging-Therapie 

 

 "Wenn se da mit einsteichen," 

 Rät Professor Eichenstein, 

 "Wernse alt wie Steineichen. 

 Hauptsache: sie steichen ein." 

 

 

 

 

 Liebeserklärung  

 

 Ja, den Frauen,  ja, den Frauen 

 Ist so manches zuzutrauen! 

 Immerhin und jedenfalls - 

 Arsch ist dicker als der Hals - 

 

 Horche, wat ick dir jetzt sare: 

 'S jibt ooch liebe Exemplare. 

 So wie meene kleene Maus. 

 Weeßt schon, wat ick meene, Klaus! 

 

 

 

 

 München 

 

 "Ich würde München schön finden - 

 Doch muß uns dieser Föhn schinden? 

 Das ist ja glatt zum Abschlaffen!" 

 "Was seid ihr doch für Schlappaffen! 

 

 Du darfst dich nie im Föhn schinden! 

 Dann kannst du ihn gar schön finden! 

 Ich finde dich ganz schön, Föhn! 

 Denn Durst wird erst durch Föhn schön!" 

 

 

 

 

 Häufchen-Alarm 

 

 Ins Whatsapp ich die Kunde hacke: 

 "Vorm Tor trat wer in Hundekacke! 

 Treib jeder Schuh- und Hackenkunde!" 

  (Wer läßt euch da nur kacken, Hunde?) 

 

 

 

 

 Pragmatismus, Maritim 

 

 Wenn Regenwolken in die Kimmung stippen, 

 Wie leicht kann da an Bord die Stimmung kippen! 

 Zu meinem neuen Schatz ich leise raune: 

 "Ein Guß jetzt trübt mir glatt die Reiselaune! 

 

 Wenn miese nasse Winde fegen West, 

 Da machen wir doch allerwegen fest. 

 Die Bulleydeckel wie ein kesser Bann 

 Verhülln, was unter Deck man besser kann." 

 

 

 

 

 Pragmatiker 

 

 Jens kennt eine Eierfrau. 

 Denkt bei sich auf freier Au: 

 Wenn ich mir die Meier angel, 

 Leid ich niemals Eiermangel. 

 

 

 

 

 Klare Präferenz 

 

 Ein Mufti aus Konstantinopel    

  Fuhr nie einen Ford, stets nur Opel. 

 "Es mufft doch im Ford 

 Ganz krass nach Abort, 

 Ein Bild wie ein rollender Popel!" 

 

 

 

 

 Ressourcenschonung 

  (Rubrik: Sportlich, sportlich!) 

 Ein Autofan lebte zu Prenden, 

 Der haßt's, egal was, zu verschwenden, 

 Und sei es ein Popel, 

 Den für seinen Opel 

 Als Schmierstoff er könnte verwenden. 

 

 

 

 

 Wannsee II 

 

 "Wer pißt denn in die Havel? Schweini!" 

 Belehrt mich so ein Schwafelheini. 

 

 

 

 

 Karneval 

 

 Ein kariertes Unikum 

 Brachte Tante Gunni um 

 Siebenhundertachtzig Mark! 

 

 Was solch Gauner wagen selten, 

 Glaubt' sie nur in Sagenwelten. 

 Solch Erfahrung macht sich arg! 

 

 

 

 

 Ganz sekreter Wunsch: Ich... 

 

 Ahne: sei's 

 Sahneeis? 

 

 

 

 

 Um eine Stint-Dame 

  (Rubrik: Neues von der Waterkant) 

 Spricht scharf zum Wal der Thunfisch: 

 "Wie kannst du sowas tun, Fisch?" - 

 "Den Dreizack?" fragt der Walfisch, 

 "Das Schleppnetz? Hast die Wahl, Fisch." 

 

 

 

 

 Sommerfrische 

  (Rubrik: Tierisch!) 

 Hinaus zum Gasthof Schölker fahren 

 Im Sommer ganze Völkerscharen. 

 "In Winterszeiten, schauen Sie, 

 Am Hang dort laufen Sauen Ski." 

 

 Doch nun zum Tanz die Sauen blasen, 

 Wo wir so gern im Blauen saßen. 

 Zum Bier bestellt beim Ober dann 

 Ein Omelett der Dobermann. 

 

 Der Kellner für die Gäste ackert, 

 Das Kälbchen im Geäste gackert. 

 Weil grad die Säu zum Weiher gingen, 

 Vom Tresen ihnen Geier winken. 

 

 Der Katze droht ein Mäuserachen. 

 Vor Lachen in die Reuse machen 

 Die Karpfen, bis die Meise kräht. 

 Der Bauer eckig Kreise mäht. 

 

 Vom Stall her mächtig rasen Hufe, 

  Sobald ich nach den Hasen rufe. 

 Zum Abend hin die Hasen röhren. 

 Wer mag, kann's auf dem Rasen hören. 

 

 Mit sechzig Sachen rasen Hennen, 

 Die um die Wett mit Hasen rennen. 

 Den Sieger dann die Spatzen küren, 

 Daß Appetit die Katzen spüren. 

 

 Kaninchen kollernd Ziegen locken, 

 Zwei Ferkel auf den Liegen Zocken. 

 Schon tönt es lauthals: "Schach, Wutz! 

 Der Dame fehlt der Wachschutz!" 

 

 Die Hecke bis zum Grabenrand 

 Die Schnecke ist mit Raben g'rannt, 

 Bis schließlich ihr die Beine schwellen. 

 Im Teiche heiser Schweine bellen. 

 

 Mit Schnattern und auf lauen Socken 

 Die Schafe stumm die Sauen locken. 

 Im Ofen froh der Sittich pfeift: 

 Der Koch ihm seinen Fittich seift. 

 

 Der Pegasus putzt seine Schwingen; 

 Im Hühnerstall drei Schweine singen. 

 Zur Tochter leis ich raune: "Pia! 

 Hier schreien die Kapaune "I-Ah!" 

 

 

 

 

 Lerngeil 

  (Rubrik: Kinderkram) 

 Es pflegte ein Gör aus Mühlhausen, 

 Zu früh meist zur Schule zu sausen. 

 Wenn's morgens verpennte, 

 Wie'n Schloßhund es flennte. 

 Da packt selbst die Lehrer das Grausen. 

 

 

 

 

 Spontanmutation 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Ein Rüsseltier lebte in Uecke. 

 Im Erstleben war es 'ne Mücke, 

 Bis jemand es sachte 

 Zum Dickhäuter machte, 

 Verbal und mit List und mit Tücke. 

 

 

 

 

 Weihnachtsmann 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Frau Helena kommt aus Sterkrade 

 Und wollte, vom Kopf bis zur Wade, 

 So'nen richtigen Mann! 

 Sie schleppt auch einen an... 

 Doch der war aus Milchschokolade. 

 

 

 

 

 If you can't fight them... 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Bevor Froschs Gören zur Schule fahren, 

 Beim Öko sich am Pfuhle scharen. 

 

 Ein Ökofreak lebt in Dinslaken, 

 Für den hat die Umwelt 'nen Haken: 

 Der Ärmste verhärmte, 

 Wenn's Froschkonzert lärmte. 

 Man hört man ihn dann selbst beschwingt quaken. 

 

 

 

 

 Adipös 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 'Ne Ehefrau klagt in Apolda: 

 "Ein Jammerbild ist doch mein Holda! 

 Ist fett wie 'ne Tonne, 

 Doch schlingt er voll Wonne. 

 Und sag ich's ihm, Jesus, da grollta. 

 

 

 

 

 Winterfreuden 

 (Rubrik: Sportlich, sportlich!) 

 Ein Sportsfreund, gebürtig aus Krefeld, 

 Ist fast jeden Winter in Seefeld. 

 Zu Haus find't er's öde, 

 Im Winter auch blöde, 

 Weil dort nicht so herrlicher Schnee fällt. 

 

 

 

 

 Durst ! 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Ein Feuerwehrhauptmann aus Bremen 

 Litt schwer an diversen Ekzemen. 

 Doch exorbitant 

 Litt er am Brand. 

 Da half auch kein Salben und Cremen. 

 

 

 

 

 Fake News 

 (Rubrik: Leute) 

 Ein Maultrommelspieler aus Düren 

 Bekam gleich die schönsten Allüren, 

 Als man ihm erzählte, 

 Er sei der Erwählte, 

 Man wolle zum Topstar ihn küren. 

 

 

 

 

 Quasselstrippe II 

 

 Ruth Schnatta aus Berge- Emsbüren 

 Pflegt Telefonate zu führen, 

 Die wollen nicht enden. 

 Wohl Ende nur fänden 

 Durch exorbitante Gebühren. 

 

 

 

 

 Doktorarbeit 

 (Rubrik: Sex and Crime) 

 Frau Gritt, Germanistin aus Rehren, 

 Studierte den ganz ungefähren 

 Bezug von "Begehren" 

 Zum Verbum "gebären". 

 Das sollte neun Monate währen. 

 

 

 

 

 Mutterwitz 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Ein Eichenlaubspinner aus Glinde, 

 Des Spechts wegen bang, riet dem Kinde: 

 "Wenn der sich erfrecht 

 Und fressen dich möcht, 

 Dann fliehst du sofort auf die Linde!" 

 

 

 

 

 Pferdehandel 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Ein Pferdeverkäufer in Zossen 

 Dealt nur mit den edelsten Rossen! 

 Sind kurz schon die Zähne, 

 Ist dünn schon die Mähne - 

 Der Dealer dealt ganz unverdrossen. 

 

 

 

 

 Verflogen 

 (Rubrik: Reisetexte) 

 Ein Eisenbahnkunde aus Lostau 

 Besorgt sich ein Ticket in Roslau. 

 Am Ziel kaut er Semmel 

 Und fragt nach dem Kreml... 

 "Sie sind hier in Mainz, nicht in Moskau!"

 

 

 

 

 Seel-Sorge 

 (Rubrik: Göttlich!) 

 Ein Frommer aus Fürth schenkt zur Trauung 

 Und seiner Herzliebsten Erbauung 

 Ihr'n buntes Brevier, 

 Das war eine Zier! 

 Zur Stärkung sakraler Verdauung. 

 

 

 

 

 Spritztour 

 (Rubrik: Tücken des Alltags) 

 Wenn ich zu Gritt Giesen ratter, 

 Rattre durch ihr Riesengatter, 

 Stört sich am Geratter Giesen. 

 "Bleib mir fern vom Gatterriesen!" 

 

 Bin ich auch der Giesen Ritter, 

 Mag sie's auf dem Riesengitter 

 Nicht, wenn hinters Rasengatter 

 Ich mit meinen Gasen ratter.  

 

 Meckert: "Nicht so gasen, Ritter! 

 Gras verwelkt im Rasengitter! 

 Du mit deinen Rittergasen 

 Killst mir noch den Gitterrasen!" 

 

 Sollte durch das Gatter rasen 

 Ohne Mief von Rattergasen. 

 "Schau, hier kommt dein Ritter, Giesen! 

 Scher dich nicht um Gitterriesen!" 

 

 Nicht am Kattegatt ergatter 

 Er ein Lob mit Ratterratter

 Nein, auf Giesens Gittergitter 

 Rund' auf Runde ritt er, Ritter! 

 

 Würde mehr die Giesen gießen 

 Gras bei ihren Riesenriesen, 

 Könnt ich mit den Gasen gasen, 

 Herrlich übern Rasen rasen. 

 

 Doch macht meist Gritt Giesen Riesen- 

 Stunk, wenn hinterm Riesen Giesen 

 Ritter übern Rasen gasen. 

 Sie macht dieses Gasen rasen. 

 

 

 

 

 Wilder, wilder Westen 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 "Die Diebe klauen Holzkohle!" 

 "Na wart, daß ich die Colts hole!" 

 Die Trommel schoß old Fuzzy leer 

 Und flucht dabei wie Luzifer. 

 

 

 

 

 Letzter Gedanke einer 

 Sinnierenden Wildsau 

 (Rubrik: Jagd und Hund) 

 "Was wird der hier zu lauern haben? 

 Den möcht ich mit den Hauern laben!" 

 

 

 

 

  Eheleute unter sich 

 (Rubrik: Leute) 

  Ich hab kein Geld, du hast kein Geld... 

 

 " Du gehst sofort, Jens-Ole, koofen 

 Die Feuerung für'n Kohleofen!" 

 "Da sage ich nur: Scheiße, Herzchen

 Was machst du nur für heiße Scherzchen! 

 Auch ich hab für den Ofen kein  

 Bar Kies, um Koks zu koofen ein!" 

 

 

 

 

 Segel-Turn 

 (Rubrik: Sportlich, sportlich!) 

 Am Samstag ich nach Kiel schiff 

 Auf meines Liebsten Kielschiff. 

 An Bord gibt's auch Maria, 

 Und trotz Pneumopathia 

 Auf See ich bis ich schiel kiff. 

 

 

 

 

 Alternative Sichtweisen 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Flaneure lieben's feine Schweifen. 

 Auf Selbiges die Schweine Pfeifen. 

 

 

 

 

 Überlebensrezept 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Meine gute Tante Th'rese 

 Lud zum Kaff' um Vier. 

 Wenn der Kaffee war getrunken, 

 Trank Tant' Threse Bier. 

 

 Meine gute Tante Th'rese 

 Wurde Hundertvier. 

 Dabei half ihr Erstens Kaffee, 

 Zweitens auch das Bier. 

 

 

 

 

 Mißverständnis vor Berchtesgaden 

 (Rubrik: Sex and Crime) 

 "Ach sage mir, mein Matz, wann, 

 Wann zeigst du mir den Watzmann?" 

 "Wo Fahnen dort von Satzmann wehen, 

 Da halt ich, darfst den Watzmann sehen." 

 

 

 

 

 Unanständig 

 (Rubrik: Sex and Crime) 

 Bin noch von deiner Zot breit - 

 Ich brauch jetzt 'ne Brotzeit. 

 

 

 

 

 Ingo the Eskimo 

 "Come all without, come all within" 

 (Rubrik: Leute) 

 Im Eismeer taucht ein Pinguin. 

 Von Schollen sieht man Ingo pien. 

 

 

 

 

 Petri Heil 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Der Uwe fing mit Lutzeln Brassen, 

 Die will er abends brutzeln lassen, 

 Verschmatzen auf der Fernsehbank 

 Den grätenreichen Bernsee-Fang. 

 

 Dank Angelhaken-Schleiferei 

 Fing Lutz dazu 'ne reife Schlei. 

 Auf eins nur hatte man geacht': 

 Daß sie mit Butter angemacht. 

 

 

 

 

 

 Home Office 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Wie schrecklich Jeremias litt - 

 Unsagbar, teilt Elias mit, 

 Nach einem Streit mit Christel Menz! 

 Sie flicht dem keine Mispelkränz, 

 

 Der sie mit ihrer Fistel kränkt; 

 Dafür ein Ding von Christel fängt. 

 Jetzt schreibt an seinem Thema home 

 Der Mann, und pflegt sein Hämatom. 

 

 

 

 

 Gemüseverkäufer 

 (Rubrik: Arbeitswelt) 

 Wat jodelt der Enrico schee 

 Canzon vom welken Chicoree! 

 

 

 

 

 Ehe ist Geben und Nehmen 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Halb Dreie kam der Mann geeiert, 

 Den hat sie kräftig angemeiert. 

 Dafür hat meist der Mann gemeiert, 

 Kam sie vom Shoppen angeeiert. 

 

 

 

 

 Altersproblem 

 (Rubrik: Gesundheit!) 

 Wer Zähn' nur zehn sein Eigen nennt, 

 Zu recht heißt den man 

  Dekadent. 

 

 

 

 

 Bratscherinnen 

 (Rubrik: Fortsetzung folgt) 

 Wenn so Damen von den Bratschen 

 Dir charmant mal eine latschen, 

 Fühlt sich's an, als flögen Brocken, 

 Weil: da bleibt keine Auge trocken! 

 

 Glaubt nur nicht, ich wäre feige! 

 Doch das Handling solcher Geige 

 Macht 'nen Bizeps diesen Damen - 

 Na, der fällt schon aus dem Rahmen! 

 

 

 

 

 Kapiert?! 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Friederike nie beluur, 

 Für mich ist deine Liebe nur! 

 

 

 

 

 Moritat von Maxe Weber 

 (Rubrik: Zu guter letzt!) 

 Ärzterat Max Weber lehrte: 

 Schnaps versaut die Leberwerte. 

 

 Über Webers Leber wachte 

 Auch die Frau. Doch Weber lachte. 

 

 Aus dem fernen Eberswalde 

 Kam des Suffke Webers Alte. 

 

 Weil zum Suffe Weber strebte, 

 Alibis der Streber webte. 

 

  Doch wenn Maxe Weber lallte, 

 Schmerzhaft seine Leber wallte. 

 

 Manch Geschwür die Leber webte 

 Alle Tag, die Weber lebte. 

 

 Bald vom Grabstein Weber grüßte.

 Ob man schön're Gräber wüßte? 

 

 

 

 

 Katzenjammer 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Schrill jammern meine Jammerkatzen, 

 Wenn Jazzer in der Kammer jazzen. 

 Spontan beim Kammer-Jazzen kam er, 

 Mein Aufschrei: "So ein Katzenjammer!" 

 

 Mein Mitleid gilt den Kammerkatzen, 

 Wie jammern sie beim Jammerjazzen! 

 Was macht doch dieses Jazzen Jammer! 

 Und nicht nur in der Katzenkammer! 

 

 Was wäre, wenn die Katzen jazzen, 

 So als Revanche der Jazzen-Katzen? 

 Falls riefen meine Katzen: "Katzen! 

 Zum Gegenangriff! Jazzen! Jazzen!?" 

 

 [Die Jazzer riefen dann - na was wohl? -] 

 

 "Zum Kotzen, Katzen!" 

 

 

 

 

 Ehefrau, lipophob 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Mein Bert ist noch fettbärtig, 

 Insofern nicht bettfertig, 

 Und duftet so feinwürzig. 

 

 Mich lieber beim Pferd bett ich. 

 Ist abends der Bert fettig 

 Und bier-oder weinfürzig, 

 

 

 

 

 Der Skipper... 

 (Rubrik: Sportlich, sportlich!) 

 Er wurd', verfehlend Wunschgewicht, 

 An Bord mit einer Winsch gewucht'; 

 Hat lachend sich halbtot geschüttelt, 

 Wie vier Mann an der Schot getütelt. 

 

 

 

 

 Neues aus Absurdistan 

 

 Im Lymphsysteme schlingen Phagen, 

 Derweil am Zweig die Finken schlagen. 

 

 

 

 

 Genuß pur 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Nicht schmachtend in der Wüste liegen, 

 Nein, schwelgend im Gelüste wiegen! 

 

 Grad dacht' bei diesem Satze ich: 

 Wer Appetit hat, atze sich! 

 

 Drum, wenn wir jetzt ein Schöppken trinken, 

 Genießen wir zum Tröppken Schinken, 

 

 Den wir zum Saft der Reben naschen, 

 Auch Meeresfrüchte neben raschen 

 

 Salatgeschlecks und Leckerbissen 

 Zum Gaumenreiz von Bäcker Lissen. 

 

 Wenn diesen Duft die Neesen kaschen, 

 Dann wollen'se auch von Käsen naschen. 

 

 Und wenn sich Käs und Wein vermählen, 

 Wird dir am Glücke nichts mehr fehlen. 

 

 Das macht im Höschen keine Windchen - 

 Nicht von dem Käs, noch Weine, Kindchen. 

 

 

 

 

 Ondibodie 

 (Rubrik: Mundart) 

 

 Geständnis in dor Hindorgasse: 

 "Du gloobst nich, wie ich'n Gindor hasse! 

 Doch gäh mol vor in'n Windorgorten, 

 Do gonnste auf den Gindor worten." 

 

 

 

 

 Sibirien 

 (Rubrik: Reisegedichte) 

 Do herrscht in diesen Gauen Windor, 

 Daß Hund' vor Gälde wauen, Gindor! 

 Auch du, in Rußlands Windorgauen, 

 No, würdest sicher, Gindor, wauen. 

 

 Denn gloobe mir, du Gindor, Gauen 

 Wo Hund' im tiefen Windor wauen, 

 Dort ist, in diesen Gauen, Gindor, 

 Wenn Hund' vor Gälde wauen, Windor. 

 

 Wenn Hunde nicht in Gauen wauen, 

 No, ist do auch gein Windor, Gindor. 

 In Rußlands galden Wauen-Gauen, 

 Do wauense nur, wenn, Gindor, Windor. 

 

 

 

 

 Schwarzer Humor 

 (Rubrik: Zu guter letzt) 

 Der Tod, sagt man, sei Schlafes Bruder. 

 Nur pißt er seltner nachts, das Luder! 

 

 

 

 

 Dichterischer Notstand 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Zum Tischler-Epos "Leim rein" 
 Gelingt mir nicht EIN Reimlein! 
 Zur "Müllerin von Schleißheim" 
 Kommt nur verbaler Heißschleim. 

 

 Wenn nichts auf "Soll und Haben" reim, 
 Marie, geht's heim nach Rabenheim. 
 Nicht einen einz'gen heißen Reim! 
 Ach nee, mein Schatz, wir reisen heim. 

 

 

 

 

 FKK und Rohkost 

 (Rubrik: Tücken des Alltags)

 Am bar Gesäß oft stören Mücken, 
 Am Zweitgebiß die Möhrenstücken. 

 

 

 

 

 Antiautoritärer Mist 

 (Rubrik: Kinderkram) 

 Wir alle brauchen Sitte sehr! 

 Ich sage Euch, ich litte sehr, 
 Wenn keiner Kindern Sitte lehr'. 

 

 Denn an verkopfter Null-Lehr-Sitte 
 Wohl nicht zuletzt das Kind sehr litte. 
 Im Hirn blieb was, wenn's litte, leer. 

 

 

 

 

 Umkehrschluß 

 (Rubrik: Sex&Crime!) 

 Gern wir uns an Liebe laben, 
 Andere gern Hiebe haben. 
 Wer da sagt, daß Hiebe laben, 
 Was wird der von Liebe haben? 

 

 Wird auch diese laben Liebe, 
 Die so gerne haben Hiebe? 
 Körperqual wird haben Liebe, 
 Wenn er sagt, ihn laben Hiebe. 

 

 

 

 

 Ganz märchenhaft 

 (Rubrik: Reiselyrik) 

 Kommt, laßt uns an den Weiher reisen, 
 Wo rechten Weg die Reiher Weisen. 
 'S ist weit, dorthin zu reisen, weia, 
 Zum Weiher dieser weisen Reiher. 

 

 Am reinen Rand der Reiherwiesen: 
 Da sieht man gar, au weia, Riesen, 
 Und ihnen rät am Riesenweiher 
 Der greise, weise Wiesenreiher! 

 

 Nun feiern sie am Reiherweiher, 
 Die Riesen mit dem Weiherreiher. 
 Wir hoffen doch, au weia, Reiher, 
 Daß keiner in den Weiher reiher! 

 

 

 

 

 Ratten! 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Weil's übel bei den Latten roch, 
 Entdeckten wir das Rattenloch. 
 Es war wohl ganzer Rotten Loch, 
 Denn ganze Rotten Lotten roch. 

 

 Man sagt, wenn über Rotten lach 
 Die Lotte, gleich nähm' Lotten Rach. 
 "Mit Gift ich über Ratten lach! 
 Jetzt nehm' wir bei den Latten Rach!" 

 
 Grad hört man noch die satten reichen 
 Wie auch die magern Ratten seichen, 
 Schnell müßten alle Ratten laufen, 
 Weil Zwei sich bei den Latten raufen, 

 

 Die Frauen wie die Rattenmänner,  
 Die flinken wie die matten Renner,  
 Und also zu den Latten rauschen, 
 Dem Streitgetös der Ratten lauschen. 

 

 Und während noch die Schlauen gucken, 
 Die Gierigen schon kauen, schlucken. 
 Am End mußt' Lott' die Rattenleichen 
 Mir einzeln durch die Latten reichen. 

 

 Es blieben nicht mal Schattenrisse - 
 Nur kleine, schwarze Rattenschisse. 

 

 

 

 

 Österlicher Besuch im Kolbe-Museum 
 (Rubrik: Göttlich!)

 »Was schwärmten deine Basen: "Nein! 
 Welch göttergleiches Nasenbein!" 
 - Die schönste aller Nasen, Hase: 
 Vom Schokotier die Hasennase. 
 Ach, laß es "cool" die Basen heißen - 
 Wir gehen jetzt die Hasen beißen.« 

 

 

 

 

 Ganz klassisch 

 (Rubrik: Wohl bekomms!) 

 Sohn Tantalus zu Niobe: 
 "Die Teewurst, ist die Bio?" - "Nee." 

 

 

 

 

 Das Reh 

 (Rubrik: Jagd und Hund) 

 Von jungen Saaten nascht das Reh. 
 Den Bauern überrascht das? Nee! 
 "Ich seh's auf meinen Feldern mehr, 
 Als jagdlich zu vermeiden wär. 
 Es frißt mit seinem Lecker eher 
 Noch als ich husten kann die Äcker leer." 

 

 

 

 

 Kein Sonnenschutz 

  (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Am Südseestrand auf Kaurimuscheln 
 Wußt' Max man mit Babs Mauri kuscheln. 
 Er war in die ja so verpengt, 
 Daß er sich glatt den Po versengt. 

 

 

 

 

 Neues aus Absurdistan 

 

 Der Hund des Kochs für Bargeld 
 Die Leberknödeln garbellt. 

 

 

 

 

 Willkommensbotschaft 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft ) 

 Weit besser, als ich fände Haß, 
 Ist's, wenn ich deine Hände faß. 
 Denn besser, als am Haß zu kleben, 
 Ist's allemal, ein Glas zu heben! 

 

 

 

 

 Konto gesperrt 

 (Rubrik: Fortsetzung folgt/ Kurzschüttler) 

 Netflix: 
 Ohn' flat nix. 

 

 

 

 

 Olymp im Hungerstreik 

 (Rubrik: Göttlich!) 

 Olympia, ein Spöttergeist: 

 "Was ist mit Euch, Ihr Götter? Speist!" 

 "Der gute Nektar war verschimmelt! 

 Ambrosia ist alle hier: 

 Welch freudenlose Halle, ihr! 

 Der Koch ist in der Schar verwimmelt 

 Hier in Olympos Wimmelscharen... 

 Wohl wegen seiner Schimmelwaren!" 

 

 

 

 

 Ente kross 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Du sahst sie oft am Deich, in Tümpeln 

 In Seen und in Teichen dümpeln, 

 Mit Federn, schwarz als wie die Nacht; 

 Drum hielt sie nächtens nie die Wacht. 

 

 Die Bäuerin der Trauerente 

 Den Kopf vom Leib mit "Aua" trennte. 

 Wie solcher Szenen Hasser weiß: 

 Gleich rupft man sie mit Wasser, heiß, 

 

  Läuft Blut in Schlachtbrett's Rinne ein, 

 Ins Schälchen gleiten Innereien, 

 Wird dann in Grünbetts Schoß gesetzt, 

 Von Schlemmern für die Soß geschätzt. 

 

 Der Koch bei Rostes Ritze schwöre, 

 Daß nicht zu heiß die Schwitzeröhre 

 Und fachgerecht er 'n Braten rüste, 

  Daß goldigbraun geraten Brüste. 

 

 Wer's riecht, braucht kein' Beweis, er merk: 

 Hier lacht der Kochkunst Meisterwerk! 

 "Welch Augenfreud, der Tafel Kleinod... 

 Und nun - schenk ein, Claude!" 

 

 

 

 

 Bratkartoffelbeziehung 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Obwohl ich was getrunken habe, 

 Noch schnell ich zu Lott Hunken trabe. 

 Ich bin bei ihr "Du Lütter mein", 

 Und nenn' sie dafür "Mütterlein". 

 

 "Nun hör Musik und schunkel fein 

 Wohl zu der Kerzen Funkelschein, 

 Derweilen ich das Futter mach - 

 Ich kenn mich aus im Mutterfach!" 

 

 "Hm, heißt es, daß die Soß er schätzt, 

 Wenn gleich sich auf mein' Schoß er setzt?" 

 Und kaum, daß ich das Motto ahne, 

 Schon sind wir auf der Ottomane! 

 

 "Jetzt komm, mein lütter Liebesgott! 

 In meinen Arm! Nun gib es Lott!" 

 Bemerken hier ein Kenner muß: 

 Zu matschig-feucht, der Männerkuß! 

 

 Danach wir spielen Runden stumm 

 Rommee - so gehn die Stunden rum. 

 "'Nen Grog ich dir zur Nacht noch mix. 

 Du bist schon blau? Ach, macht doch nix." 

 

 

 

 

 Lebensregel, erfahrungsbasiert 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 "In Ketten ihr die Leiber wißt? 

 Auch das schützt nicht vor Weiberlist." 

 

 

 

 

 Beim HNO-Arzt 

 (Rubrik: Gesundheit!) 

 Vom tauben Ohr den Käspfropf 

 Nimmt der dir mit dem Fräskopf 

 Vermittels einer Kopffräs' - 

 Und draußen ist der Pfropfkäs. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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